Donnerstag 26|10|17 20:00 Uhr

Lyambiko

Love Letters

Lyambiko (vocals) | Martin Auer (trp) | Marque Lowenthal (piano) | Robin Draganic (bass) | Tilman Person (drums)

„In einer verstaubten Schachtel auf dem Dachboden taucht ein Bündel vergilbter Briefe  auf.
Es  sind  Liebesbriefe, geschrieben  über  einen  Zeitraum  von zehn  Jahren.  Sie  stammen  von  einem Mann, den ich nie kennenlernen durfte, an  eine  Frau,  die  ich  in  den  letzten Jahren  eines  entbehrungsreichen  aber auch  erfüllten  Lebens  antraf.  Wer  war sie  eigentlich?  Und  was  durchlebte  der Mann,  der  ihr  nahezu  täglich  in  Briefen die ewige Liebe schwor. Ich habe diese Briefe  innerhalb  weniger  Tage verschlungen.  Das  war,  als  würde  man einen Roman lesen.“
 
Wie  nicht  zuletzt  ihre  beiden  jüngsten Alben  „Lyambiko  Sings  Gerwin“  (2012) und „Muse“ (2015) gezeigt haben, liebt es die Sängerin, einen roten Faden für ihre Songs auszulegen. Beim Lesen besagter Briefe kam ihr die Idee zu einem Projekt, dass wir jetzt mit ihrer neuen CD „Love Letters“ in den Händen halten.  
 
„Ich begann, die damaligen Zeiten mit heute zu vergleichen. So kamen die beiden Ebenen von Alt und Neu zusammen.“ Musik, egal welchen Genres, ist immer dann am intensivsten, wenn sie eng mit dem Leben verbunden ist. „Love Letters“ ist eine Mischung von Standards, Songs, die es schon in unterschiedlichen Versionen gibt, die aber vor dem Hintergrund der Liebesbriefe  von  dem  speziellen  Dachboden  eine  ganz  neue  Geschichte  erzählen,  und eigenen Songs, die eigens für dieses Projekt entstanden. Mit großem Feingefühl werden die Oldtimer  und  neue  Lieder  zu  einem  stimmigen  Ganzen  verwebt,  das  ohne  kalkulierte Vintage-Patina  authentisch  die  altmodischste  und  doch  zugleich  aktuellste  aller Empfindungen auf zwei verschiedenen Zeitebenen beschreibt.  
 
Am  Ende  ließ  Lyambiko  sich  ganz  und  gar  auf  jedes  Lied  ein  und  nahm  sich  so  weit  wie möglich  zurück.  Sie  macht  lieber  Angebote,  statt  mit  ihrer  Interpretation  den Assoziationsraum zuzukleistern, umtanzt die Stücke, statt sie sich einzuverleiben. Auf diese Weise erzählt sie leichtfüßig eine Geschichte, die ihre poetische Kraft aus sich selbst heraus entfaltet.  Oft  sind  es  nur  Nuancen,  die  den  individuellen  Charme  ausmachen.  Ihr
persönliches Verhältnis zu einzelnen Songs veränderte sich im Lauf der Arbeit. Es war ein ständiges verhandeln von Aneignung und Loslassen.
 
„Love  Letters“  ist  ein  Jazzalbum,  und  doch  viel  mehr  als  nur  Jazz.  Zusammen  mit  ihren Mitmusikern  gelingt  Lyambiko  das  seltene  Kunststück,  das  geheimnisvolle  Funkeln  einer versunkenen Welt hörbar zu machen. Ein zeitloser Kontrapunkt zur Kurzlebigkeit von Twitter und  Facebook,  ein  hörbar  gemachtes  Gefühl,  eine  sehr  persönliche  Zeitreise  mit Rückfahrkarte.

Raum: Saal
Einlass: 19:00 Uhr
Eintritt: in Kürze €
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