Do 24.11. 20:00 Uhr
29. Jazztage: Mainz Dargent Eraslan
Neue Musik

Piano, Cello, Oud. Seit 2019 arbeiten die Straßburger, Kölner und Berliner Musiker Matthias Mainz, Gregory Dargent und Anil Eraslan an der Entwicklung ihres Ensembleklanges. Improvisierend erforschen sie die Räume zwischen Personalstilen und Einflüssen aus Klassischer-, Neuer- und Improvisierter Musik und türkischen und arabischen Kontexten. Das Zusammenspiel der drei nimmt je Spuren auf von den polystilistischen Kompositionen der Moderne, der konzeptionellen Strenge der Neuen Musik, melodischen Assoziationen arabischer Makams und türkischer Volksmusiken bis hin zu purem Geräusch.

Die Instrumentierung erinnert an das klassische Klaviertrio mit Violine und ist mit der Oud jedoch um ein außereuropäisches Baritoninstrument besetzt, das als König der arabischen Musik und als Mutter der europäischen Laute und der modernen Gitarre gilt. Gregory Dargent dekonstruiert die Oud in der Übertragung zeitgenössischer Avantgardetechniken der Gitarre und spielt sie gleichzeitig mit einem hohen Respekt vor der Tradition des Instrumentes. Anil Eraslan wechselt auf dem Cello Genre-Anklänge mit virtuoser Flexibilität, spielt es mit perkussiver Geräuschhaftigkeit oder neigt sich dialogisch mal modernen Idiomen des Flügel oder makam-informierten Melodik auf der Oud zu. Matthias Mainz reduziert in minimalistischen Gesten verschiedenen kompositorische und improvisatorische Idiome des zwanzigsten Jahrhunderts und montiert diese und zum Teil unter Einsatz eines mikrotonalen Pianos.

Seit 2021 kollaborieren Mainz/Dargent/Eraslan mit Komponist*innen und Improvisatoren. Das Klangbild des Trios erhält Impulse von den Kompositionen, die teils dunkle Klangbilder aus einer konsequenten Mikrotonalität entwickeln wie bei dem Züricher Edu Haubensak oder sich im Grenzbereich von Komposition und Improvisation in einem elektro-akustischem Setting bewegen wie bei dem Frankfurter Orm Finnendahl. Für 2023 und 2024 sind Projekte mit der Komponistin Oxana Omeltchuk in Köln und Sandeep Bhagwati in Montreal in Vorbereitung. Der Berliner Komponist und Gitarrist Marc Sinan hat mit „Kanlı Dere (Deniz Ne Kadar Güzel Hoş)“ gerade eine Komposition mit sehr persönlichem Bezug zum Armenienmassaker Anfang des 20. Jahrhunderts fertig gestellt.

Parallel hierzu formieren Mainz/Dargent/Eraslan im Winter 2022 in einige Konzerte und Studioaufnahmen mit dem Cairoer Multiinstrumentalisten und Produzenten Maurice Louca eine elektro-akustische Version des Ensembles. Mit dessen arabisch informierten Improvisationen auf mikrotonal gestimmtem Synthesizern und mikrotonaler E-Gitarre und einem elektro-akustischen erweiterten Setup von Piano, Cello und Oud klingen die musikalischen Referenräume hier eher nach Krautrock, Ambient und Noise.

Matthias Mainz - Piano
Gregory Dargent - Oud
Anil Eraslan - Cello

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und des Musikfonds e.V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Foto © Gregory Dargent
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Ort: Club
Veranstalter: domicil
Einlass: 19:30 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt
AK: 18€
VVK: 16€
Ermäßigt
AK: 9€
VVK: 8€
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